Die Schweiz will Titandioxid in Lebensmitteln verbieten
Der Zusatzstoff Titandioxid (E 171) steckt in vielen Lebensmitteln. Er macht z. B. Kaugummis oder Salatsaucen weiss oder bringt Schoko-Dragees oder Gebäckglasuren zum Glänzen. Auch Kosmetika, wie beispielsweise Sonnencremen, oder gewisse Tabletten enthalten den Stoff.
Mehrere Studien weisen nun darauf hin, dass die Nanopartikel in dem Stoff chronische Darmentzündungen verursachen könnten oder sogar Krebs. In Frankreich ist E 171 deshalb seit 2020 verboten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zieht nun die Konsequenzen: „Da wissenschaftliche Grundlagen die Sicherheit von Titandioxid in Frage stellen, müssen die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit getroffen werden“, sagt Mark Stauber, beim BLV für die Lebensmittelhygiene verantwortlich. Man werde deshalb die weitere Verwendung von E 171 als Lebensmittelzusatzstoff gestützt auf das Vorsorgeprinzip verbieten. Allerdings müssen dazu erst die rechtlichen Grundlagen umformuliert werden und noch weitere Stellungnahmen eingeholt werden. Bis spätestens Ende 2021 soll es soweit sein.
Unser Kommentar: siehe auch Beitrag unter ‚Fenster zur EU‘ (Titanoxid in Packmaterialtinten).
Gesetzesthema: 817 Lebensmittel
Beitragsdatum: 16.07.2021
Newsletter: Nr. 38 | 05.05.2021-16.07.2021
Schlagworte: Titanoxid, Zusatzstoffe